Die Geschichte eines Wanderhallenfreibades

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Es war einmal ein kleines Schweinchen, das im Wald lebte. Dieses Schweinchen war sehr faul, nur das Schwimmen liebte es über alles. Das Schweinchen liebte schwimmen so sehr, dass es keine Minute ausließ in einem See zu schwimmen, oder im Dreck zu baden. Es hatte aber leider keinen einzigen Freund.

Eines Tages trocknete sein Lieblingssee komplett aus. Das Schweinchen war total verzweifelt und machte sich auf die Suche nach einem anderen See. Auf seiner Suche stieß er auf einen mächtigen Zaubrer. Der Zauberer konnte viele Wunder bewirken und Wünsche erfüllen. Der Zauberer war im ganzen Land bekannt für seine Künste. Er hieß Merlin. Merlin fragte das Schweinchen nach seinem Anliegen. Das Schweinchen wünschte sich ein schickes neues Hallenbad. Merlin benutzte einen sehr langen Zauberspruch, wodurch ein wunderschönes Hallenbad entstand, allerdings mit erheblichen Mängeln bei der Dachkonstruktion. Da der Zauberer durch seine schwere Zauberarbeit erschöpft war, konnte er seinen Fehler nicht mehr korrigieren.

„Kein Problem!“ dachte sich das Schweinchen. „Ich kann das Bad in ein Freibad umbauen!“ Und so machte er sich dankbar und zufrieden mehrere Tage, Wochen und Monate an die Umbauarbeit des Hallenbades. Aus einem faulen Schweinchen wurde ein muskulöses und fleißiges Bienchen. Er verwandelte das untaugliche Hallenbad in ein großes schönes Freibad. Zum Schluss freute es sich riesig!

„Die Arbeit hat sich doch gelohnt!“ sagte es völlig erschöpft. Als das Bad endlich fertig war, wollte es sich durch Schwimmen belohnen. Doch es war kein einziger Tropfen Wasser drin. Und das Schweinchen hatte immer noch keinen einzigen Freund.

Also suchte es den Zauberer auf. Der Zauberer jedoch war nicht mehr da. Zum Glück hatte das Schweinchen noch einen verbliebenen Onkel, der sehr bekannt im ganzen Dorf war und sehr viele Freunde hatte. Also entschied er sich zum Onkel aufzubrechen, aber stellte fest dass der Onkel im Urlaub war.

„Dann gehe ich auch in den Urlaub!“ dachte sich das Schweinchen „So kann ich bestimmt viele Freunde finden!“

Es machte sich auf dem Weg nach Italien. Es stieg in den ersten Bus und fuhr non Stopp nach Rom. Allerdings schaffte der Bus den Anstieg am Brenner nicht. Das Schweinchen stieg aus und schaute sich in der Gegend um. Es wanderte die Straße entlang und suchte Freunde.

Plötzlich fuhr ein Auto vorbei, den ein Bauer fuhr. Der Bauer hatte einen großen Bauernhof mit vielen bunten Schweinchen. Der Bauer entschied sich das Schweinchen mitzunehmen. Das Schweinchen stieg ins Auto. Auf dem Weg zum Hof sahen sie plötzlich den Zaubrer am Straßenrand.

„Hey das ist doch dieser Pfuscher, das ist doch Merlin, der mir das schlechte Bad gebaut hat!“ rief das Schweinchen und ließ den Bauer anhalten.

„Hey Merlin!“ grüßte ihn das Schweinchen während es aus dem Auto stieg. „Du hast mein Bad versaut. Als Wiedergutmachung wünsche ich mir jetzt viele Freunde!“

„Ich habe ein Problem weißt du?“ sagte Merlin „Mein Zauberstab funktioniert nicht mehr so gut, seitdem ich dein Hallenbad gemacht habe. Es funktioniert nur noch bei Kleinigkeiten.“

„Schade! Aber mein Onkel kann super Zauberstäbe reparieren, allerdings ist er im Urlaub und ich weiß leider nicht wo!“

„Das trifft sich hervorragend!“ sagte Merlin und hoffte, sein Zauberstab hätte noch so viel Kraft herausfinden zu können, wo der Onkel war. Und tatsächlich, sie hatten so viel Glück dass der Zauberstab den Urlaubsort des Onkels ausfindig machen konnte. Umso glücklicher waren sie, als sie durch den Zauberstab erfuhren, dass der Onkel auch noch im Nachbardorf seinen Urlaub machte. So mussten sie nicht allzu weit fahren und konnten von dem Bauer gleich hingefahren werden.

Im Dorf fanden sie gleich den Onkel. Ach war der Onkel froh das Schweinchen wieder zu sehen.

Allerdings ging es dem Onkel nicht so gut. Seine beiden Arme waren gebrochen.

„Wie hast du denn das gemacht?“ fragte das Schweinchen entsetzt.

„Ich bin leider kopfüber in ein Becken gesprungen, in dem kein Wasser drin war!“

„Merlin, du musst alles gerade biegen!“ flehte das Schweinchen dem Zauberer in einem Kniefall an.

„Klar!“ sagte Merlin verlegen „Aber leider brauche ich meinen Zauberstab in seiner vollen Funktion! Darf ich dich kurz unter vier Augen sprechen, mein Schweinchen?“ sagte er leise zu ihm und nahm es zur Seite.

„Weißt du, mein kleines Schweinchen, das Schwimmbad das ich gebaut habe, hatte nicht nur ein schlechtes Dach. Ich habe experimentiert. Ich habe einen brandneuen und komplizierten Zauberspruch benutzt. Ich weiß, ich hätte das nicht machen dürfen, aber ich wollte etwas ausprobieren! Daraus ist ein Wanderbad geworden, das immer dorthin wandern wird, wo jemand aus deiner Familie Urlaub macht! Das Bad ist verflucht! Er wird euch leider immer verfolgen! Und es wird euch immer verletzten! Und mein Zauberstab habe ich dabei auch noch geschrottet, so dass ich nichts mehr wieder gut machen kann! Das war grob fahrlässig von mir!“ sagte Merlin reumütig. „Seh, was ich getan habe! Das Wanderbad ist bis hierher gewandert, um deinen Onkel ins Unglück zu stürzen! Es tut mir sehr leid!“

„Zum Glück bin ich nicht da rein gesprungen!“ dachte sich der Schweinchen insgeheim, aber merkte, dass auch er nicht ganz unbeschadet davon kam. Er war durch seine Umbauarbeiten so strapaziert, dass er sehr viele aufgeschürfte Stellen am Körper hatte.

„Ich brauche den Zauberstab nicht mehr! Ich habe versagt!“ sagte Merlin und fing an zu weinen. „Ich schulde dir was!“

„Ach lass uns doch alles vergessen!“ mischte sich der Bauer ein, der das Gespräch zwischen dem Merlin und dem Schweinchen heimlich gelauscht hatte. „Im nächsten Nachbardorf findet heute ein Fest statt. Das ist eine gute Gelegenheit Kontakte zu knüpfen! Einsamkeit und Groll sollen doch endlich ein Ende haben!“

„Na was sagst du, mein Schweinchen!“ sagte Merlin. „Wollen wir eine Party steigen lassen heute Abend?“

„Ja!“ rief das Schweinchen glückerfüllt.

„Ich muss dir aber etwas sehr Wichtiges mit auf dem Weg geben! Ein sehr kluger und wichtiger Ratschlag! Etwas, das für dich überlebenswichtig ist! Etwas, das du nie vergessen darfst und worüber du dir immer Gedanken machen musst! Verstehst du? Hör mir gut zu! Hör mir sehr genau zu, mein Schweinchen und pass gut auf! Während wir dort sind….“ sagte Merlin und wurde dabei immer leiser und bedachter, „Während wir feiern, gehe in dich rein, hör genau was dir deine innere Stimme sagt und überlege dir Eines!“ Merlin machte eine lange Pause!

„Wer bist du!“

Dort angekommen stieg das Fest. Das kleine Schweinchen feierte gebührend und hatte so viel Spaß wie noch nie. Es hat sehr viele Kontakte geknüpft. Es lernte sogar einen sehr netten Metzger kennen.

Die Gemeinsame Arbeit der Nürnberger Theatergruppe „Im Theatersaal“

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